Vergebt Aufträge – jetzt!

Vergebt Aufträge – jetzt! Der Auftrag an uns Theaterautor:innen ist ein Auftrag für die Gegenwart ist ein Auftrag für die Zukunft

Die Pandemie erschüttert die gesamte Menschheit auf diesem Planeten, sie schockiert, sie berührt, sie stellt unser Leben auf den Kopf, sie lässt in Abgründe blicken. Als Individuen, als soziale Wesen, und als Angehörige der Spezies Mensch in einer von uns massiv bedrohten Lebenswelt, sind wir gefordert, uns den großen Fragen zu stellen, die diese Pandemie aufwirft.
Diese zeigen sich in den Widersprüchen unseres globalisierten Lebens, sie gelten global, sind global entstanden, und sie können nur im globalen Diskurs gelöst werden.
Die Gegenwart ist herausfordernd und einzigartig; sie benötigt nicht die Folien eines vergangenen Gedankenkanons, noch muss sie mit Hilfe früherer Erzählungen interpretiert werden. Denn diese reflektieren weder die Diversität der heutigen Gesellschaft, noch erzählen sie etwas vom Klimawandel, nichts vom Anthropozän, nichts von der Digitalisierung und ihren diversen Folgen für die Demokratie.
Die Komplexität der gegenwärtigen Krise verlangt jene, die in ihr leben und sie erleben; Zeitgenoss:innen, die sie befragen und hinterfragen. Unsere Zeit ist es wert, dass die heute lebenden Autor:innen zu Wort kommen und beim Wort genommen werden. Wir Theaterautor:innen sind Gegenwartsspezialist:innen. Literatur bedeutet formale und gedankliche Freiheit. Kein Konsens muss erzeugt werden. Unsere Welt ist eine Welt der
Kommunikation und genau deshalb verlangt sie nach einer sprachlichen Durchdringung.
NUR DER TEXT KANN DIE NADELN SETZEN
Vergebt Aufträge JETZT! Zieht uns zu Rate, wie und in welchen Formen die Zeit dramatisch auf die Bühne kommen muss. In Gemeinschaftsproduktionen, in Zusammenarbeiten, in neuen digitalen Formen, in großen Werken mit den großen Fragen und den ehrlichen Auseinandersetzungen, die wir anbieten. Als Theaterautor:innen, die Brücken schlagen zwischen der Welt da draußen und den Theaterhäusern.
Der Auftrag an uns ist ein Auftrag an die Gegenwart, ist einer für die Zukunft!
Euer Verband der Theaterautor:innen, Maxi Obexer, Daniel Gieselmann, Ulrike Syha,
Paul Brodowsky und Felicia Zeller

“Ein guter Zeitpunkt, mal ausschließlich Gegenwartsdramatik zu probieren -­ wer weiß: am Ende kommen wir aus der Pandemie mit lauter Spielplänen der radikalen Gegenwart. Denn klar ist: Das Theater nach der Pandemie wird sowieso ein anderes sein.” Harald Wolff, Vorsitzender der Dramaturgischen Gesellschaft, Dramaturg an den
Münchner Kammerspielen